3D-Drucker von Makerbot Replicator 2 im Test

Makerbot Replicator 2Science-Fiction-Fans kennen die Technik spätestens seit „Star Trek“: Sogenannte Replikatoren stellen in der TV-Serie von heißem Earl Grey bis zu Maschinenteilen alles her, was die Mannschaft an Kleinkram braucht. So ungefähr funktionieren auch moderne 3-D-Drucker, nur waren sie bisher so teuer, dass nur Firmen ihre Anschaffung finanzieren konnten. Und Tee können sie auch noch nicht machen. Einen der ersten Dinge-Drucker, die auch für Normalsterbliche bezahlbar sind, haben wir ausprobiert, den Makerbot Replicator 2.

Wie einen Laser- oder Tintenstrahldrucker darf man sich solche Geräte nicht vorstellen. Weil er in drei Dimensionen arbeitet, ist ein 3-D-Drucker ganz anders aufgebaut. Das Gehäuse ist aus Metallstreben und Blechen hergestellt, die robust miteinander verschraubt sind. Das ist wichtig, denn Drucken in 3D ist Millimeterarbeit.

Das Auspacken und Anschließen des Replicator 2 ist zunächst einfacher als gedacht: Nachdem man einige Fixierbänder gelöst hat muss er nur mit einer Steckdose und gegebenenfalls mit einem Computer verbunden werden. Letzteres ist optional, denn die Druckdateien kann man auch per SD-Speicherkarte auf den Drucker bringen.

Ist der Drucker soweit vorbereitet, kommt der einzig knifflige Teil des Aufbaus, das Justieren der Druckplatte. Auf dieser Platte sollen später die Gegenstände gedruckt werden. Dabei kommt es darauf an, dass zwischen Druckplatte und Druckkopf ein genau definierter Abstand eingehalten wird, den man über mehrere Stellschrauben justiert. Dabei das richtige Maß zu finden, hat uns eine gute Stunde gekostet.

 

Viel einfacher war es, das Druckmaterial aufzufüllen, das in Form einer langen Plastikschnur auf großen Spulen geliefert wird. Man setzt die Spule an der Rückseite des Druckers auf eine Halterung auf, zieht die Plastikschnur durch ein Führungsrohr und schiebt sie in den Druckkopf ein. Erfreulicherweise nutzt der Makerbot 2 den Biokunststoff Polymilchsäure (PLA) als Druckmaterial. Neben der biologischen Abbaubarkeit zeichnet sich dieses Material dadurch aus, dass es bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen aufgeschmolzen werden kann. Gleichzeitig ist das aber auch ein Nachteil: Ab etwa 60 Grad Celsius werden Gegenstände aus PLA weich. Für Kaffeebecher ist es also nicht geeignet.

 

Selber machen oder runterladen

 

Ist der Drucker vorbereitet, bleibt die Frage, was man damit denn nun drucken soll. Eine gute Quelle für dreidimensionale Druckvorlagen ist die Website Thingiverse, ein Art Tauschbörse für druckbare 3-D-Objekte. Vom einfachen Kamm bis zum Modellflugzeug findet man hier Hunderte 3-D-Modelle, die von Künstlern und Bastlern für 3-D-Drucker erstellt worden sind.

 

Wer lieber selbst gestaltete Gegenstände drucken will, kann druckbare Objekte mit nahezu jedem beliebigen 3-D-Programm erstellen, egal ob das Profilösungen wie AutoCAD oder Cinema 4D sind, oder Googles kostenloses SketchUp. In jedem Fall aber muss man 3-D-Objekte vor dem Druck noch einmal mit der Makerware-Software bearbeiten, die zum Drucker gehört. Mit dem Programm, das es für Windows, OS X und Ubuntu gibt, platziert man das Objekt auf der Druckplatte und passt seine Größe an die gewünschte Ausgabegröße an. Ist man zufrieden, berechnet die Software die Druckdaten, die man per USB oder SD-Karte an den Drucker weitergibt.

 

Mit 230 Grad aus der Düse

 

Gibt man dem Replicator 2 dann den Druckbefehl, sollte man sich, je nach Größe des Objekts, zwischendurch etwas anderes vornehmen. Der Ausdruck einer iPhone-Hülle etwa dauert fast eineinhalb Stunden (siehe Video), der Druck einer Miniaturausgabe der Maske von Darth Vader ebenso. Am besten verlässt man dabei den Raum, denn beim Drucken erzeugt der Drucker eine recht laute Geräuschkulisse, die von seinem laut pustenden Lüfter noch verstärkt wird.

 

 

Dieser Lüfter ist nötig, um den Druckkopf zu kühlen, in dem der PLA-Kunststoff bei 230 Grad Celsius verflüssigt und als dünner Faden aus einer Düse auf die Druckplatte gepresst wird. So entsteht schließlich, Schicht für Schicht, eine Reproduktion des 3-D-Modells. Die Makerware-Software sorgt dabei dafür, dass die Exponate mit möglichst geringem Materialeinsatz hergestellt werden. Festkörper beispielsweise werden nicht massiv gedruckt, sondern aus einer Konstruktion von Hohlwaben zusammengesetzt. »spiegel.de

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